Haushaltsplan für Mamas weniger Stress mehr Ordnung

Haushaltsplan: Warum ich als Mama nie wieder darauf verzichten möchte

Die Arbeitsplatte stand voller Frühstücksgeschirr.

Darunter die Spülmaschine, die nicht ausgeräumt war, die Tupperdosen waren zum Teil auf dem Boden verteilt und unter dem Esstisch lag Spielzeug. Ich wollte mit den Kindern eigentlich längst aus der Tür sein, aber vorher musste noch gewickelt werden und das andere Kind hatte plötzlich Hunger.

Ich stand mitten in der Küche, das Baby auf dem Arm, den Zweijährigen an der Hand und am liebsten wäre ich schreiend weggelaufen. Das ist jetzt drei Jahre her. Genau in diesem Moment habe ich gemerkt: So kann es einfach nicht weitergehen. Ich brauche endlich eine Lösung für den Haushalt und das Chaos.

Wie es weiterging, erfährst du in diesem Blogartikel

 

Inhalt:
  1. Der Ausgangspunkt
  2. Was ich gemacht habe
  3. Ordnung neu gedacht
  4. Was nach ein paar Monaten passierte
  5. Fazit

 

1. Der Ausgangspunkt: Als es plötzlich nicht mehr reichte

Bevor ich Mutter wurde, kam ich mit dem Haushalt eigentlich richtig gut zurecht. Einmal die Woche machte ich einen Großputz und wir hatten als Paar eine Hand voll tägliche Routinen und das hat vollkommen gereicht. Im Nachhinein betrachtet war der Haushalt so sogar relativ einfach machbar, obwohl ich in Vollzeit gearbeitet habe. Mit dem ersten Kind kamen dann die ersten Herausforderungen, aber wir kamen mit dem Haushalt noch einigermaßen hinterher. Aber mit dem zweiten Kind war ich mit einem Mal komplett überfordert und habe mich vom Haushalt total erschlagen gefühlt.

Es gab plötzlich viel mehr Chaos und nur noch winzige Zeitfenster, in denen ich mich überhaupt theoretisch um den Haushalt hätte kümmern können.  Und jedes Mal stand ich dann vor denselben Fragen: Was mache ich jetzt am besten, was ist gerade am dringendsten? Das Ergebnis war, dass ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Wohnung geputzt habe, um irgendwie für mehr optische Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

Ich sah immer nur das große Ganze, ich sah kein Licht am Ende des Haushaltstunnels und hätte am liebsten den Kopf in den Sand gesteckt. Es hat sich angefühlt wie ein Kampf gegen Windmühlen.

Früher konnte ich es noch gut aushalten, wenn die Arbeitsplatte mal eine Weile mit Geschirr vollstand. Da war von aushalten auch noch gar keine Rede. Es stand halt rum und hat wenig Emotionen in mir ausgelöst. Seit den Kindern hat aber allein dieser Anblick bei mir schon eine halbe Krise verursacht. Es waren einfach zu viele Reize auf einmal.

Was ich damals nicht wusste: Für dieses Gefühl, ständig alles im Kopf zu haben und nie wirklich abschalten zu können, gibt es einen Namen: Mental Load. Es geht nicht nur um die Arbeit an sich selbst, sondern um das dauernde Mitdenken, Planen und Entscheiden im Hintergrund. Das braucht viel Energie und Ressourcen, die ich eigentlich gar nicht dafür übrig hatte. Das Bewusstwerden darüber hat mir sehr geholfen, meine Überforderung und Erschöpfung einordnen zu können.

 

2. Was ich gemacht habe: Zwei Prozesse gleichzeitig

Für mich war klar, dass sich etwas ändern muss. Ich wollte nicht mehr, dass der Haushalt so viel Macht über meine Stimmung hat. Ich brauchte Ordnung, die für mich als junge Zweifachmama tatsächlich machbar ist und mich nicht noch mehr stresst. Ich wollte Struktur und klare Abläufe und ich hab parallel zwei Prozesse gestartet.

Ich hatte in dem Moment in der Küche den Impuls alles wegzuwerfen. Dem bin ich zum Glück nicht nachgegangen, aber ich habe angefangen auszumisten. Anfangs noch ziemlich wahllos, überall dort, wo es mir gerade zu voll vorkam. Später bin ich dann systematischer vorgegangen: Ich habe mir jeden Raum vorgenommen und darin jede Schublade. Das ging natürlich nicht von heute auf morgen und hat viele Monate gedauert und noch heute ist das Aussortieren ein regelmäßiger Bestandteil von meinem Alltag.

Gleichzeitig habe ich mir das Buch „Die magische Küchenspüle“ gekauft und gelesen bzw. schon fast studiert und bei Instagram Haushalts-Accounts verfolgt und verschiedene Haushaltspläne recherchiert. Ich habe Abläufe ausprobiert, wieder verworfen und immer wieder neu zusammengestellt. Irgendwann habe ich mir einfach einen Plan festgelegt, ihn eine Weile getestet und immer wieder angepasst bis die Aufgaben wirklich zu unserem Alltag gepasst haben und ich überhaupt die Chance sah, sie zu schaffen.

Oft habe ich diesen Tagesplaner genutzt, um die Aufgaben für mich sichtbar zu haben und Prioritäten setzen zu können.

Mit der Zeit ist daraus mein Lieblingsordnungssystem entstanden. Falls du gerade an dem Punkt stehst, an dem ich damals war: Das Lieblingsordnungssystem ist ein fertiges E-Book mit einem anpassbaren Haushaltsplan. Außerdem erfährst du viel über die Ursachen, wieso der Haushalt aktuell so eine Herausforderung für dich ist und wie du das Lieblingsordnungsystem wirklich in deinen Familienalltag integrieren kannst.

 

3. Ordnung neu gedacht: Was ich für mich losgelassen habe

Ein weiterer Wendepunkt kam bei mir nicht nur durch den Haushaltsplan und das Aussortieren, sondern durch Fragen, die ich mir erst nach einer Weile ehrlich gestellt habe: Was bedeutet Ordnung eigentlich für mich und wessen Maßstab lege ich da überhaupt an?

Lange war mein unausgesprochenes Ziel, dass unsere Wohnung mit zwei Kindern genauso ordentlich aussieht wie früher ohne Kinder, was ja total unrealistisch ist. Aber solange mir das nicht klar war, hat genau dieser Anspruch den meisten Druck und Stress erzeugt.

Als ich angefangen habe, mich wirklich zu hinterfragen, welche Ordnung ich mir für uns wünsche und welche Erwartungen ich unbewusst von außen übernommen hatte, hat sich etwas in mir verändert. Ordnung mit Kindern sieht anders aus als Ordnung ohne Kinder und das darf sie auch! Seitdem setze ich nur noch meine eigenen Ansprüche um, nicht mehr die, die ich früher für selbstverständlich gehalten habe.

Ordnung ist für mich inzwischen ein Werkzeug geworden, das mir den Alltag leichter macht und kein Maßstab mehr, an dem ich mich messen muss. Allein diese Veränderung meiner Haltung hat mir mehr Druck genommen als jeder einzelne Griff zum Putzlappen.

 

4. Was nach ein paar Monaten passierte

Seit ich einen festen Haushaltsplan habe, mit Aufgaben, die ich in unserem Alltag wirklich umsetzen kann, bin ich spürbar ruhiger geworden. Wenn das Chaos mal wieder ausbricht, kann ich inzwischen durchatmen, statt in einen spontanen Großputz zu verfallen, weil ich weiß, dass ich mich einfach auf die Aufgaben im Plan konzentrieren muss. Ein paar Tage nach Plan reichen, damit wieder mehr Ordnung einkehrt. Das hat bei mir deutlich für weniger Mentalload bezogen auf den Haushalt geführt.

Ich muss nicht mehr überlegen, was gerade am dringendsten ist. Ich schaue auf den Plan, stelle mir einen Timer und mache, so weit ich in der Zeit komme. Was ich nicht schaffe, darf liegen bleiben und das fühlt sich inzwischen wirklich erlaubt an. Ich weiß, dass ich an der Stelle in der Woche danach eben gründlicher bin. Das Spielzeugchaos ertrage ich inzwischen viel besser, weil ich weiß, dass ich es abends in kurzer Zeit wieder wegräumen kann, wenn ich möchte. Manchmal lasse ich es auch einfach liegen und setze mich entspannt daneben aufs Sofa und das ist okay. Das wäre vor ein paar Jahren unmöglich gewesen.

Wir haben die Routinen im Haushalt als Paar aufgeteilt, jede/r weiß, was zu tun ist. Selbst wenn ich mal ein paar Tage wegen Krankheit oder Terminstress weniger schaffe, kann spontan Besuch vorbeikommen, ohne dass ich mich dafür schäme. Ich bin einfach entspannter, weil ich weiß: Ich habe den Haushalt im Griff und nicht der Haushalt mich.

Einen großen Unterschied hat auch das Aussortieren gemacht: Die Aufgaben brauchen inzwischen viel weniger Zeit, weil ich nicht mehr erst lange aufräumen oder Sachen wegstellen muss, bevor ich überhaupt putzen kann. Das habe ich allerdings nie fest in unseren Haushaltsplan eingebaut, sondern eine Zeit lang als eigenes, größeres Projekt nebenher laufen lassen.

 

5. Fazit

Wenn ich heute auf die Küche von damals zurückblicke, die volle Arbeitsplatte, die Tupperdosen auf dem Boden, das Gefühl, am liebsten wegzulaufen, merke ich, wie sehr sich mein Blick auf den Haushalt verändert hat. Nicht, weil bei uns jetzt die Spülmaschine immer ausgeräumt ist oder nie Geschirr auf der Arbeitsplatte steht (kommt immer noch vor), sondern weil Ordnung für mich kein Ziel mehr ist, worum ich ständig kämpfen muss.

Ordnung und Haushalt gehören zum Alltag dazu. Das habe ich inzwischen akzeptiert und erlebe es auch nicht mehr als Belastung. Manchmal nervt es mich und ich muss mich bewusst motivieren, aber meistens mache ich die Aufgaben aus dem Plan und hacke dann das Thema für den Tag richtig ab. Ich sitze danach auf dem Boden, spiele ein Kartenspiel mit den Kindern, sehe den Staub unter dem Sofa und denk mir „Ja, ich habe dich gesehen du lieber Staub, aber du bleibst, wo du bist. Ich spiele jetzt.“

Ich wünsche dir so sehr, dass auch du dich nicht mehr vom Haushalt und von Ordnung stressen lässt und empfehle dir ganz dringend einen Haushaltsplan, der zu dir und deinem Alltag passt, für ein paar Wochen auszuprobieren. Das kann deinen Alltag so sehr zum Positiven verändern und für mehr Leichtigkeit führen.

Alles Liebe, Sandra

 

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