Frühjahrsputz Großputz

Frühjahrsputz: warum ich keinen klassischen Frühjahrsputz mache

Sobald im Frühjahr die Sonne wieder in die Wohnung scheint, lässt sie plötzlich Dinge sichtbar werden, die im Winter irgendwie verschwunden waren, wie z.B. den Staub auf Regalen, Schlieren auf den Fenstern und Streifen auf dem Fußboden. Da fing bei mir häufig die Gedankenspirale an:

Eigentlich müsste ich jetzt mal richtig gründlich die ganze Bude schrubben. Aber wann soll ich das denn machen? Lohnen sich die Fenster überhaupt, wenn die Kinder nach zwei Minuten wieder ihre Nasen an der Scheibe platt drücken? Sehen die Nachbarn eigentlich den Dreck am Fenster von Weitem?

Und so weiter und so fort.

Das Frühjahr fühlt sich oft nach einem Neustart an. Die Sonne scheint länger, die Energie wird wieder mehr und auch die Motivation lässt sich wieder häufiger blicken.  Da bietet es sich doch eigentlich an mal einen großen Frühjahrsputz zu machen oder?

Ich sage nein. Nein, ich mache keinen klassischen Frühjahrsputz mehr. Ich habe keine Zeit für ein Wochenende im Ausnahmezustand, um alles auf links zu drehen und ich sehe den Sinn darin auch nicht und trotzdem ist unser Zuhause sauber. Ich würde nicht zu jeder Zeit vom Boden essen, aber es ist ordentlich und es herrscht eine Grundsauberkeit. Auch ohne Frühjahrsputz.

Lies also unbedingt weiter, wenn du wissen willst, wie wir ohne Frühjahrsputz nicht im Chaos versinken.

 

Inhalt
  1. Was ist eigentlich ein klassischer Frühjahrsputz?
  2. Warum ich keinen Frühjahrsputz-Marathon mache
  3. Wie dein Zuhause trotzdem sauber bleibt
  4. Frühjahr als Energie-Booster nutzen
  5. Was aus meiner Sicht sinnvoller ist als ein klassischer Frühjahrsputz
  6. Der psychologische Druck hinter dem Frühjahrsputz
  7. Verzichte auf den Stress und genieße die ersten Sonnenstrahlen

 

1. Was ist eigentlich ein klassischer Frühjahrsputz?

Der klassische Frühjahrsputz hat seinen Ursprung in Zeiten, in denen im Winter mit Öfen geheizt wurde und sich Ruß und Staub angesammelt haben. Sobald es wärmer wurde, konnte man endlich alles aufreißen, Teppiche ausklopfen, Vorhänge waschen und gründlich reinigen.

Typische Aufgaben beim Frühjahrsputz sind zum Beispiel:

  • Fenster inklusive Rahmen gründlich putzen
  • Gardinen waschen
  • Schränke komplett ausräumen und auswischen
  • Teppiche ausklopfen
  • Heizkörper säubern
  • Fliesen und Fugen intensiv reinigen

Im Grunde geht es darum, einmal im Jahr besonders gründlich zu sein. Alles, was man sonst im Alltag mitlaufen lässt, wird gebündelt in einer Hauruckaktion gemacht, damit es erledigt ist. Ich finde dieses Vorgehen aber nicht mehr besonders zeitgemäß und auch nicht sehr sinnvoll.

 

2. Warum ich keinen Frühjahrsputz-Marathon mache

Ein klassischer Frühjahrsputz bedeutet meistens, sich bewusst mehrere Stunden oder sogar ein (oder zwei) ganzes Wochenende freizuschaufeln, um möglichst viel in kurzer Zeit zu erledigen. Also sehr viel Haushalt auf einmal. Mit Kindern, und ehrlich gesagt auch ohne, finde ich das schwierig. Selbst wenn man sich die Zeit einplant, läuft der Alltag ja weiter. Ein Kind hat Hunger oder ein Geschwisterstreit eskaliert. Irgendetwas passiert doch immer. Und ich persönlich möchte mir die Kinder nicht wegorganisieren, um genug Zeit für eine große Putzaktion zu haben. In der Zeit würde ich den Frühling anders genießen als mich dem Haushalt zu widmen.

Ein großer Frühjahrsputz sorgt dafür, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt alles richtig sauber ist. Jede Ecke, jede Fläche blinkt und blitzt. Das fühlt sich natürlich erstmal toll an.

Aber diese Blitzblank-Situation hält im Alltag doch gar nicht lange. Und wenn man im restlichen Jahr dafür viel liegen lässt, entsteht ja schnell wieder ein großer Berg.

Für mich funktioniert es besser, über das ganze Jahr eine dauerhafte Grundordnung und -sauberkeit anzupeilen. Die ist dann natürlich nicht in jeder Ecke perfekt, aber insgesamt ist unser Zuhause sauber und ordentlich, weil wir die Aufgaben herunterbrechen und regelmäßig etwas machen und nicht alles auf einmal. Das finde ich persönlich viel sinnvoller und einfacher machbar als einen klassischen Frühjahrsputz.

 

3. Wie dein Zuhause trotzdem sauber bleibt

Statt die typischen Frühjahrsputzaufgaben an ein bis zwei  Wochenenden abzuarbeiten, können die Aufgaben auch über das ganze Jahr verteilt werden.

Fenster sind da ein gutes Beispiel. Natürlich kannst du sie alle an einem Wochenende putzen. Du kannst sie aber auch aufteilen. In einer Woche sind die z.B. die Fenster im Wohnzimmer dran, in der nächsten Woche die im Schlafzimmer usw. oder du teilst es dir nach Stockwerken auf, wenn du motivierter bist oder mehr Ressourcen zur Verfügung hast. Es müssen nicht alle Fenster zur gleichen Zeit sauber sein.

Tipp: Zum Fensterputzen nutze ich schon seit Jahren dieses Fensterputzsetz. Es ist in der Anschaffung zwar etwas kostenintensiv, aber ich finde, dass es sich wirklich lohnt und ich würde es mir immer wieder kaufen. Teilweise brauche ich dann nicht mal Reinigungsmittel und ich bin deutlich schneller, als mit dem Abzieher.

Auch andere typische Frühjahrsputz-Aufgaben kannst du so verteilen. Heizkörper reinige ich zum Beispiel nicht im Frühjahr, sondern im Herbst, bevor die Heizperiode startet. Gerade zwischen den Rippen sammelt sich erstaunlich viel Staub an, der die Heizleistung beeinflussen kann. Deshalb finde ich es sinnvoller die Heizköper im Herbst zu reinigen, da ich sie dann ja auch nutze. Dafür nutze ich so eine Heizkörperbürste, mit der man gut zwischen die Rippen kommt.

Ich will also nicht sagen, dass es nicht nötig ist, die Aufgaben eines klassischen Frühjahsputzes gar nicht zu machen. Mir geht es eher darum, die Aufgaben so aufzuteilen und einzuplanen, dass sie in den Alltag integriert werden können, damit nicht ganze Tage dafür geblockt werden müssen. Wenn du die großen Aufgaben in kleinere Aufgaben zerlegst und sie regelmäßig erledigt werden, bleibt dein Zuhause dauerhaft auf einem ordentlichen und sauberen Niveau auch ohne Frühjahrsputz.

 

4. Frühjahr als Energie-Booster nutzen

Ich finde das Frühjahr tatsächlich motivierend. Die Sonne scheint endlich wieder und ich merke auch, dass ich wieder mehr Energie habe als über den Winter und das nutze ich schon. Aber anstatt diesen Energieschub in eine einzige Mammutaktion zu stecken, verteile ich ihn lieber. Lieber mache ich jede Woche einen kleineren Bereich in einem überschaubareren Zeitfenster.

Damit ich nichts vergesse, arbeite ich mit einer einfachen Jahresübersicht. Ich trage mir für jede Woche eine besondere Aufgabe im Haushalt ein. So kommt alles nach und nach dran, es wird nichts vergessen und es kann einfacher umgesetzt werden.

 

5. Was aus meiner Sicht sinnvoller ist als ein klassischer Frühjahrsputz

Statt einer einmaligen Großaktion setze ich auf drei Dinge:

  • Regelmäßige kleine Routinen: Tägliche und wöchentliche Routinen verhindern, dass sich Schmutz und Chaos aufstauen.
  • Aufgaben verteilen statt bündeln: Alles, was typischerweise im Frühjahrsputz landet, kann man über das Jahr verteilen.
  • Mit den Gegebenheiten arbeiten: Mit Kindern ist es oft unrealistisch, mehrere Stunden am Stück ungestört zu putzen. Also plane lieber so, dass Unterbrechungen okay sind.

Mein komplettes Haushaltssystem aka Lieblingsordnungssystem findest du hier. Melde dich gerne, wenn du Fragen dazu hast.

6. Der psychologische Druck hinter dem Frühjahrsputz

Wieso denken viele denn überhaupt, dass im Frühling unbedingt ein Frühjahrsputz gemacht werden muss? Irgendwie sitzt der Gedanke in vielen von uns tief fest und das kommt nicht von ungefähr. Schon lange gilt das Frühjahr als Zeit für Erneuerung, für frischen Wind, für Ordnung und damals war das auch praktisch: Nach langen, dunklen Wintern hat sich Staub, Ruß oder Dreck angesammelt, es wurde wieder heller und man konnte endlich ordentlich lüften und sauber machen. Dieser Rhythmus hat sich als Tradition eingebürgert und das wirkt bis heute nach, obwohl unser Alltag inzwischen ganz anders ist.

Heute arbeiten häufig beide Elternteile, betreuen die Kinder oft mit wenig Unterstützung und das Leben ist voller Termine. Trotzdem besteht dieser gesellschaftliche Druck weiter, als würde man verpflichtet sein, alles auf einmal perfekt sauber zu bekommen. Und genau deshalb darfst du ruhig hinterfragen, ob dieser klassische Frühjahrsputz überhaupt noch zeitgemäß für dich ist oder ob es nicht viel sinnvoller wäre, die Aufgaben über das Jahr zu verteilen.

 

7. Fazit: Verzichte auf den Stress und genieße die ersten Sonnenstrahlen

Nach einem langen Winter kommen endlich die ersten Sonnenstrahlen zurück. Es wird heller, wärmer, freundlicher. Die Tage fühlen sich irgendwie wieder leichter an. Gerade dann wäre es doch eigentlich schade, ein ganzes Wochenende drinnen zu verbringen und alles auf einmal perfekt putzen zu wollen.

Wie schön ist es stattdessen, sich bewusst Zeit nehmen zu können, um den Frühlich zu genießen.

Der klassische Frühjahrsputz kostet viel Energie und das Ergebnis hält am Ende doch nur einen kurzen Moment.

Wenn du die typischen Aufgaben über das Jahr verteilst, kommst du im Grunde auf das Gleiche hinaus. Es ist dann nicht alles zur gleichen Zeit blitzeblank, aber dafür hast du das ganze Jahr über eine Grundsauberkeit und Grundordnung.

Und der Weg dorthin ist oft mit weniger Stress verbunden.

Wenn du mir deine Gedanken dazu mitteilen möchtest, dann schreibe mir gerne eine Nachricht. Ich bin neugierig darauf, wie du das siehst.

 

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