Ordnung schaffen

Ordnung schaffen im Haushalt: So gelingt dir der Einstieg

Ordnung schaffen im Haushalt klingt oft einfach nach „ein bisschen mehr aufräumen“ und doch fühlt es sich für viele von uns wie ein Marathon ohne Ziel an. Der Wäscheberg wächst täglich, die Arbeitsflächen füllen sich wie von Geisterhand und die To-do-Liste scheint niemals kürzer zu werden. Aber irgendeine Lösung muss es doch geben oder?

Und ja, die gibt es. Sie ist zwar für jeden von uns individuell, aber trotzdem lassen sich ein paar grundsätzliche Schritte zusammenfassen, um langfristig mehr Ordnung und weniger Chaos im Alltag zu haben.

In diesem Blogartikel möchte ich dich erst kurz abholen, wieso es überhaupt so schwer fallen kann, Ordnung zu schaffen, warum es sich dennoch so sehr lohnt und dann darauf eingehen, wie du konkret starten kannst.

Inhalt:

  1. Warum fällt es überhaupt so schwer, Ordnung zu schaffen?
  2. Warum ist es so wertvoll, Ordnung zu schaffen?
  3. Was brauchst du, um langfristig Ordnung schaffen zu können?
  4. Warum sind Aussortieren und Routinen langfristig so wichtig?
  5. Wie kannst du jetzt konkret starten und Ordnung schaffen?
  6. Warum kannst du nicht von heute auf morgen Ordnung schaffen?
  7. Fazit: Dein Projekt Ordnung

1. Warum fällt es überhaupt so schwer, Ordnung zu schaffen?

Ordnung im Haushalt wird oft so abgetan, als wäre es etwas ganz selbstverständliches und wenn es doch mehr chaotisch als ordentlich Zuhause ist, gibt es häufig einfache Begründungen wie „ich bin halt einfach nicht ordentlich, vielleicht bin ich zu faul oder zu schlecht organisiert“ usw. Dabei gibt es viel mehr Gründe dafür, wieso Ordnung so herausfordernd sein kann. Mögliche Gründe können sein:

  • Zeitmangel: Zwischen Arbeit, Kindern, Hobbys, Einkäufen und Terminen bleibt nur wenig Zeit, um den Haushalt zu wuppen. Um meine Zeit möglichst effektiv zu nutzen, habe ich einen ganz einfachen Lieblings-Tagesplaner*, in dem ich Aufgaben priorisieren und alles Wichtige eintragen kann. Das macht den Alltag für mich sofort viel übersichtlicher und verhindert, dass ich wichtige Dinge vergesse.
  • Mental Load: Das ständige Denken, Entscheiden und Planen braucht viel mehr Energie als einem manchmal bewusst ist: „Was räume ich wohin? Wer räumt das wieder auf?“ Diese Fragen und Gedanken laufen häufig unbewusst ab und können den Alltag deutlich erschweren.
  • Zu viele Dinge: Mit Kindern, Partner:innen und all den „Sachen, die man ja vielleicht noch braucht“ sammelt sich schnell ein Berg an Dingen, die kaum bis gar nicht genutzt werden und dann dafür sorgen, dass das Chaos immer größer wird.
  • Fehlende Struktur: Wenn nichts einen festen Platz hat, Routinen fehlen und Aufgaben nicht verteilt sind, bleibt die Hauptverantwortung meist bei einer Person und damit ist die Überforderung vorprogrammiert.
  • Unterschiedliche Ordnungsbedürfnisse: Du brauchst vielleicht Ordnung, um dich wohlzufühlen, dein:e Partner:in eher weniger, und Kinder haben je nach Alter und Charakter sowieso wieder ganz andere Bedürfnisse. Das zu einem gemeinsamen Nenner zu bringen kann ganz schön herausfordernd sein.
  • Heutige Anforderungen: Viele Eltern haben nie gelernt, wie man neben Job, Kinderhobbys und Terminen trotzdem den Haushalt ordentlich hält. Die Anforderungen heute sind eben ganz andere als noch vor 30 Jahren.

Lass dich bitte von diesen Punkten nicht entmutigen. Es ist völlig normal, dass Ordnung eine Herausforderung sein kann, aber glaub mir, dass es trotzdem möglich ist, für sich einen Weg zu einer alltagstauglichen Ordnung zu finden.

2. Warum ist es so lohnenswert, Ordnung zu schaffen?

Ich dachte, wenn es endlich ordentlicher Zuhause ist, dann schaut es halt schöner aus. Und ja, ich finde es schaut inzwischen auch wirklich schöner aus bei uns Daheim. Aber mit der Zeit sind mir noch viel mehr Effekte aufgefallen, die das Ordnung schaffen noch lohnenswerter für mich machen:

  • Ich habe spürbar weniger Stress im Alltag
  • Wir verbringen deutlich weniger Zeit mit dem Suchen von Gegenständen
  • Das Aufräumen geht selbst nach einem Spielbesuch ziemlich flott
  • Unseren Kindern fällt es viel leichter selbst aufzuräumen
  • Bei kurzfristig angekündigten Besuch schäme ich mich nicht mehr
  • Ich brauche weniger Zeit beim Putzen
  • Ich kann das alltägliche Chaos durch die Kinder viel leichter aushalten
  • Ich denke kaum noch über den Haushalt nach, sondern weiß, was wann zu tun ist

Und viele weitere Gründe. Ich hoffe, dass dich der ein oder andere Punkt motivieren kann damit zu starten, mehr Ordnung zu schaffen.

3. Was brauchst du, um langfristig Ordnung schaffen zu können?

Und jetzt die große Frage: Was braucht es denn, um langfristig Ordnung schaffen zu können? Einfach gesagt sind es zwei Dinge, die wirklich zählen: eine Grundordnung und alltagstaugliche Routinen.

  • Grundordnung: Das ist das stabile Fundament. Jeder Gegenstand hat seinen festen Platz, und jeder weiß, wo er hingehört. Bevor du das organisierst, hilft Aussortieren: Alles rausnehmen, überlegen, was wirklich gebraucht wird, dann alles sinnvoll einräumen. Das heißt nicht, dass du minimalistisch leben musst und trotzdem findest du bestimmt ein paar Dinge, die du aussortieren kannst.
  • Routinen: Das sind die kleinen, wiederkehrenden Aufgaben, die im besten Fall mit der Zeit fast  automatisch im Alltag integriert sind. Sie sorgen dafür, dass die Grundordnung nicht wieder in sich zusammenbricht.

Wichtig: Grundordnung und Routinen sind nicht in Stein gemeißelt. Besonders mit Kindern ist das Leben ja ständig in Bewegung. Sie entwickeln sich weiter, werden größer, die Hobbys wechseln, es gibt eine berufliche Veränderung oder neue Gegenstände kommen ins Haus. Passe die Routinen also regelmäßig an deinen Alltag an und halte nicht daran fest, wenn es für dich nicht mehr passt.

4. Warum sind Aussortieren und Routinen langfristig so wichtig?

Aussortieren und Routinen sind die zwei Pfeiler, auf denen langfristige Ordnung steht.

  • Aussortieren: Es schafft Platz und du bekommst eine Übersicht über all die Dinge bei dir Zuhause. Alles, was nicht genutzt wird, hindert dich daran mehr Ordnung zu schaffen. Es geht dabei gar nicht darum, minimalistisch zu leben, sondern dass du bewusster entscheiden kannst: Was brauchst du wirklich? Was bringt dir Freude oder einen Nutzen? Alles andere darf wirklich gehen. Beim Aussortieren hat mich das Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ richtig weiter gebracht. Es hat mir ein Bewusstsein dafür gegeben, welchen Einfluss meine Dinge eigentlich auf mein Zuhause und mich haben und wie sehr unnötiges Zeug das Aufräumen erschwert und wie befreiend es ist, sich von Ballast zu trennen. Dadurch konnte ich viel leichter entscheiden, was bleiben und was gehen darf.
  • Routinen: Sie halten die Ordnung im Alltag. Einmal eingerichtete Grundordnung nützt dir wenig, wenn du sie nicht aufrecht erhalten kannst und da kommen die Routinen in’s Spiel. Für meine Routinen ist das Buch „Die magische Küchenspüle“ ein super Einstieg gewesen. Natürlich habe ich alles an meinen eigenen Alltag angepasst, aber die Grundideen haben mir geholfen, kleine, wiederkehrende Aufgaben zu einem festen Teil meines Tages zu machen.

Beispiele für Routinen im Haushalt:

  • Betten machen am Morgen: Klingt banal, wirkt aber Wunder. Ein ordentliches Bett lässt dein Schlafzimmer direkt aufgeräumter wirken.
  • Nach jedem Essen den Esstisch sauber machen: Freie Flächen schaffen optische Ruhe. Ein leerer Tisch lässt den ganzen Raum ordentlicher wirken. Ich persönliche spare hier viel Zeit durch einen Handstaubsauger, mit dem wir alles an Krümeln und auch Reis und Nudelresten einsaugen können.
  • Abends die Küche aufräumen: So startest du am nächsten Morgen entspannt, ohne dass dir Chaos die Laune verdirbt. Und das bedeutet nicht, dass du jeden Abend die Küche polieren musst. Auch mit abgespültem Geschirr, das über Nacht noch abtropft, ist eine Küche aufgeräumt.

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5. Wie kannst du jetzt konkret starten und Ordnung schaffen?

Der Anfang ist wie so oft der schwerste Schritt, aber es kann helfen das große Ganze in einzelne kleinere Schritte aufzuteilen:

1. Klein anfangen: Wähle einen Bereich, z. B. eine Schublade oder einen Schrank.
2. Aussortieren: Alles, was nicht gebraucht wird, wird aussortiert und dann zeitnah! verkauft, verschenkt oder entsorgt.
3. Festen Platz vergeben: Alles bekommt seinen festen, sinnvollen Platz, also z.B. an dem Ort, an dem das Teil wirklich genutzt wird.

4. Routinen einbauen: Starte mit ein oder zwei kleinen Routinen, die für dich sinnvoll sind und erweitere sie nach und nach.

Mit diesen Schritten entsteht nach und nach immer mehr Ordnung, die du auch im Alltag erhalten kannst, ohne dass du täglich stundenlang aufräumen musst. Das wird aber seine Zeit dauern. Schließlich ist das Chaos auch nicht über Nacht entstanden.

6. Warum kannst du nicht von heute auf morgen Ordnung schaffen?

Ordnung ist (leider) kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess. Es wird Tage geben, an denen es richtig gut läuft, und andere, an denen dir die Zeit oder die Kraft fehlt. Lass dich davon nicht entmutigen und mache zeitnah wieder weiter.

Wichtig: Es zählt wirklich jeder kleine Schritt. Jede Routine, jeder Gegenstand, der seinen Platz bekommt, bringt dich ein Stück näher ans Ziel. Nach und nach wird es immer leichter Ordnung zu halten und du wirst dich wieder viel wohler Zuhause fühlen und viele weitere positive Effekte spüren.

Als ich angefangen habe, hat es auch ein paar Wochen gedauert bis ich wirklich einen Effekt gespürt habe. Zwischendurch habe ich mich oft gewundert, wieso immer noch so viele Dinge rumstehen, obwohl ich doch schon wochenlang das Zeug zum Teil säckeweise aus der Wohnung geschleppt habe. Aber glaube mir, der Moment wird kommen.

Tipp: Vorher-Nachher-Bilder können sehr motivieren!

Fazit: Dein Projekt Ordnung

Das Projekt mehr Ordnung zu schaffen kann sich überwältigend anfühlen und manchmal auch vergebens. Ich kann das so gut nachfühlen und gleichzeitig möchte ich dir Mut machen das Projekt trotzdem in Angriff zu nehmen. Wenn du nichts änderst, wird sich ja eben auch nichts verändern.

Schnapp dir vielleicht einen Zettel und einen Stift und mache dir einen groben Plan anhand des Blogartikels und fange an. Sei dir bewusst, dass es auch Rückschritte geben wird. Du hast möglicherweise gerade eben erst zwei Säcke Spielzeug aussortiert und schon klingelt es an der Tür und die Schwiegermutter hat von ihrer Arbeitskollegin ganz tolles Spielzeug für die Enkel mitgebracht… Ja, das kommt vor, aber du wirst lernen damit umzugehen.

Ordnung zu schaffen kann eine anstrengende Reise sein, aber es lohnt sich so sehr sie anzutreten.

Fang klein an, feiere jeden deiner noch so kleinen Fortschritt und sei geduldig mit dir selbst. Die Veränderung wird passieren!

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg.

 

PS: Wenn du dir Unterstützung dabei wünschst, wie du deinen Haushalt nachhaltig organisieren kannst, schaue dir gerne mein Lieblingsordnungssystem an. Da zeige ich dir unter anderem, wie du einen passenden Haushaltsplan für dich erstellen kannst und damit endlich deinen Mentalload reduzierst.

 

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