Bei vielen Menschen löst Besuch erstmal Stress aus. Und das Verrückte ist, dass es oft gar nicht so schlimm aussieht, aber der Umstand, dass gleich Besuch kommt, sorgt dafür, dass plötzlich alles chaotisch und schmutzig wirkt. Dinge, die einem vor fünf Minuten noch egal waren, wie z.B. die Post auf dem Tisch oder Spielzeug auf dem Wohnzimmerboden, stören jetzt und sorgen für Gedanken, dass so doch kein Besuch das Zuhause betreten kann.
Hinter diesem Gedanken liegen oft das unangenehme Gefühl und die Sorge, vielleicht bewertet werden zu werden. Als würde jemand nicht nur unsere Wohnung anschauen, sondern gleich unser ganzes Leben mit.
Ich kenne das noch sehr gut. Früher hat mich eine spontane Nachricht von meinem Mann, dass er ja übrigens die Nachbarn auf einen Kaffee eingeladen hat, fast in Panik versetzt. Für solche spontane Besuche, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, auf was Besuch denn wirklich achtet und daraus einen SOS-Plan erstellt, den ich kurz checke.
Inhalt
- Der Geruch
- Der Eingangsbereich
- Der Raum, in dem ihr euch wirklich aufhaltet
- Das Badezimmer
- Die Küche
- Was uns eigentlich stresst
- Fazit: Verliere dich nicht im Detail
Der Geruch
Was ist das erste, was einem entgegen kommt, wenn sich die Tür öffnet? Es ist der Geruch. Bevor jemand bewusst deine Deko wahrnimmt oder registriert, ob irgendwo ein Staubkorn liegt, entscheidet der erste Atemzug darüber, wie sich dein Zuhause anfühlt. Frische Luft wirkt automatisch irgendwie sauber.
Deshalb reiße ich zuerst fünf bis zehn Minuten überall die Fenster auf und lasse die Wohnung durchlüften.
Dann checke ich den Müll. Mich persönlich stört es vielleicht nicht so, wenn es beim Öffnen nach den Zwiebeln vom Vortag riecht, aber vor Besuch war mir das unangenehm. Also, entweder noch den Müll schnell raus bringen oder einen Esslöffel Natron auf den Müll geben. Das bindet Gerüche erstaunlich gut. Auch die Spülmaschine wird noch schnell angestellt, damit sie nicht ihren Duft verbreitet.
Ich bin kein Fan von Raumsprays, da ich keine Parfümerie-Atmosphäre anstrebe. Aber ein paar Tropfen ätherisches Öl auf ein Wattepad im Flur versteckt, kann für einen angenehmen Duft sorgen. Besonders Zitrone neutralisiert Gerüche und Orangenmischungen können die Stimmung positiv beeinflussen.
Der Eingangsbereich
Dein Besuch kommt über den Flur in dein Zuhause. Das ist der erste optische Eindruck und da geht es nicht darum, ob jemand deinen Einrichtungsstil mag und ob du jetzt noch schnell passend zur Jahreszeit dekorieren kannst, sondern um visuelle Ordnung. Liegen die Schuhe kreuz und quer? Hängen Jacken halb runter? Ist die Fußmatte voller Dreck? Das sind Punkte, die Unruhe erzeugen.
Also: Schuhe an die Seite oder in den Schrank, Jacken ordentlich aufhängen und die Fußmatte kurz ausschütteln. Das geht flott und hat einen großen Effekt.
Langfristig kannst du dir selbst einen Gefallen tun, wenn möglichst viel hinter Türen verschwindet. Geschlossene Schuhschränke oder eine geschlossene Garderobe wirken immer aufgeräumter und ordentlicher als offene Systeme.
Der Raum, in dem ihr euch wirklich aufhaltet
Konzentriere dich auf den Raum, in dem ihr wirklich sitzt. Meistens ist das das Wohnzimmer oder die Küche, nicht das Schlafzimmer oder die Abstellkammer.
Wichtig sind vor allem freie Oberflächen. Ein leerer Couch- oder Esszimmertisch wirkt sofort ruhiger als einer, auf dem sich die Post oder Spielzeug stapeln Und es ist einfach angenehmer, wenn man sich auf das Sofa setzen kann ohne erst drei Sachen zur Seite schieben zu müssen.
Es geht nicht darum, alles perfekt zu sortieren, sondern es reicht, wenn du sichtbar herumliegende Dinge einsammelst und sie in einen schönen Korb oder eine Kiste legst. Einmal alles rein und aus dem Blickfeld. Schon fühlt sich der Raum viel ordentlicher und ruhiger an. Wir nutzen schon länger diesen Korb. Er schaut schön aus, es passt viel rein und mit den Henkeln ist er auch ganz schnell mal in einem anderen Zimmer verschwunden.
Das Badezimmer
Früher oder später muss eigentlich fast jeder Gast mal ins Bad. Und wenn man da sitzt, hat man automatisch Zeit, sich umzusehen. Deshalb mache unbedingt einen Bad-Check bevor es klingelt.
Du musst keine Grundreinigung starten. Es reicht völlig, wenn du einmal kurz:
- Das Waschbecken auswischst,
- die Toilette abswischst und reinschaust, ob alles sauber ist und
- ein frisches Handtuch hinhängst.
Durch diese Kleinigkeiten wirkt der ganze Raum sofort hygienischer und gepflegter.
Und falls du dein Bann irgendwann mal umstrukturierst: Klobürsten, Mülleimer und Toilettenpapierhalter gibt es auch für die Wand und sind total praktisch. Das schaut oft nicht nur schicker aus, sondern erleichtert auch das Putzen, da du nicht erst alles hochheben brauchst, um zu wischen. Das spart dir Zeit und Arbeit.
Die Küche
Auch wenn ihr euch nicht direkt dort aufhaltet, meistens geht man irgendwann in die Küche, um Gläser und Getränke zu holen und der Besuch begleitet einen meistens im Gespräch.
Hier gilt das Gleiche wie im Wohnzimmer: freie und saubere Oberflächen machen den Unterschied.
Wische einmal kurz über die Arbeitsplatte, räume das Geschirr in die Spülmaschine und wische vielleicht durch das Spülbecken. Mehr braucht es nicht.
Du musst nicht die Schrankfronten polieren oder jede Ecke kontrollieren für einen ordentlichen und sauberen Eindruck.
Was uns eigentlich stresst
Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, warum es dich so stresst, wenn Besuch kommt und das Zuhause nicht perfekt aussieht? Es geht meistens gar nicht um Staub auf der Fensterbank oder Schuhe, die im Weg liegen, sondern um die Angst bewertet werden zu können. Nicht nur das Zuhause, sondern auch als Mensch an sich.
Wenn es unordentlich ist, haben wir die Sorge, dass wir selbst als unorganisiert und unfähig gelten, etwas zu tun, das die Gesellschaft oft als so selbstverständlich ansieht: den Haushalt ordentlich zu führen. Dabei ist es in Wahrheit überhaupt nicht selbstverständlich, wir haben das nur verinnerlicht. Das sind Glaubenssätze, die viele von uns in uns tragen, obwohl sie gar nicht stimmen.
Wahrscheinlich, weil wir von klein auf hören, dass Ordnung gleich Leistung ist, dass Sauberkeit gleich Wertigkeit ist und dass alles, was sichtbar chaotisch ist, irgendwie ein Spiegelbild unserer eigenen Unfähigkeit sein muss.
Dabei darfst du dir bewusst machen: niemand wohnt in einem Zuhause, das immer perfekt ist. Du darfst dir natürlich Mühe geben ein bisschen Ordnung zu schaffen für deinen Besuch, wenn du das möchtest. Aber es ist völlig okay, wenn dein Zuhause zeigt, dass jemand darin wohnt. Und du darfst lernen das auszuhalten.
Fazit: Verliere dich nicht im Detail
Diese fünf Punkte sollen kein Aufruf für einen Großputz im Turbomodus sein. Sie sollen dir nur eine Orientierung geben, auf was du achten kannst, wenn sich Besuch ankündigt und du in kurzer Zeit für mehr Ordnung und Sauberkeit sorgen möchtest.
Verlier dich aber nicht in den Details. Die Menschen kommen nicht zu dir, um zu prüfen, wie gut du putzen oder aufräumen kannst. Sie besuchen dich, um Zeit mit dir zu verbringen. Deinem Zuhause darf man ansehen, dass auch jemand darin wohnt.
Ja, ein bisschen Ordnung sorgt für ein gutes Gefühl und eine angenehme Atmosphäre, aber sie sagen nichts über deinen Wert aus.
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