alltagstaugliche Haushaltsroutinen entwickeln

Haushaltsroutinen entwickeln: So klappt es endlich

Haushaltsroutinen – klingt erstmal ganz einfach, oder? Einfach ein paar feste Abläufe einbauen und schon läuft alles wie von selbst. Nur leider sieht die Realität oft anders aus. Du nimmst dir was vor, hältst es zwei, drei Tage durch und dann schläft die ganze Sache wieder ein.

Mir ging’s da lange nicht anders. Und ich glaube, das Problem liegt daran, wie wir das Thema Routinen angehen. Meist zu große Aufgaben, zu viele davon auf einmal und am besten soll es seit gestern schon einfach nebenher laufen.

Trotzdem hast du wahrscheinlich sogar schon ein paar Routinen, ohne dir dessen bewusst zu sein. Vielleicht räumst du morgens automatisch die Spülmaschine aus oder wischst abends kurz über die Arbeitsplatte, ohne groß darüber nachzudenken.

In diesem Blogartikel möchte ich dir zeigen, wie du Haushaltsroutinen bewusst und nachhaltig in deinen Tagesablauf einbauen kannst, da sie deinen Alltag wirklich deutlich erleichtern können.

 

Inhalt:
  1. Warum Routinen oft scheitern
  2. Was Routinen eigentlich sind
  3. Schritt 1: Fang klein an
  4. Schritt 2: Routinen an bestehende Abläufe koppeln
  5. Schritt 3: Gib dir Zeit
  6. Schritt 4: Weniger ist mehr
  7. Schritt 5: Der richtige Zeitpunkt
  8. Schritt 6: Mach Routinen sichtbar
  9. Routinen sind kein starres System

 

1. Warum Routinen oft scheitern

Viele Haushaltsroutinen klingen in der Theorie richtig gut. Morgens schon alles aufgeräumt und abends ist die Küche blitzblank und alles läuft fast von alleine. In der Realität lässt sich das dann aber oft gar nicht so einfach umsetzen. Aber wieso eigentlich?
Ein häufiger Grund, warum Routinen nicht halten, ist, dass wir sie zu groß sind oder zu starr gedacht. Wir glauben, eine Routine muss jeden Tag glitzegleich ablaufen und sofort perfekt sitzen. Wenn das nicht klappt, dann ist es wohl nichts für uns und werfen sie komplett über Bord.
Dazu kommt, dass Tätigkeiten Zeit brauchen bis sie zur Routine werden. Es kursieren viele Aussagen darüber, wie lange es dauert, bis etwas zur Gewohnheit wird. Manche sprechen von 21 Tagen, andere von 60 oder sogar 90 Tagen. Die Wahrheit ist: Es ist ganz individuell. Es hängt davon ab, wie komplex die Aufgabe ist, wie regelmäßig du sie umsetzt und auch davon, wie sinnvoll sie für dich ist.
Routinen, die angenehm sind, uns leicht fallen oder schnell einen spürbaren Effekt haben, setzen sich oft leichter fest. Unangenehmere Routinen, für die wir uns erst aufraffen müssen, brauchen meist mehr Zeit und Wiederholung und das ist völlig normal.

 

2. Was Routinen eigentlich sind

Routinen sind im Grunde kleine Aufgaben, die so oft wiederholt werden, dass sie irgendwann fast automatisch ablaufen. Sie sollen dir nicht mehr Arbeit machen, sondern dir langfristig Energie sparen.
Wenn eine Routine sitzt, musst du nicht mehr so sehr darüber nachdenken, wann oder ob du etwas machst. Du tust es einfach und darin liegt dann die Entlastung, besonders im Familienalltag, in dem ohnehin schon genug Entscheidungen getroffen werden müssen.

 

3. Schritt 1: Fang klein an

Der wichtigste Schritt beim Aufbau von Routinen ist tatsächlich der Anfang. Du brauchst keinen perfekten Plan oder eine schöne Liste, sondern die Entscheidung, dass du überhaupt anfangen möchtest und welche ein oder zwei Routinen dir gerade wirklich helfen könnten.
Überleg dir ganz konkret, was dir im Alltag am meisten Stress nehmen könnte. Das kann zum Beispiel sein, morgens die Spülmaschine auszuräumen, damit schmutziges Geschirr tagsüber direkt hinein kann. Oder abends kurz die Küche grob aufzuräumen, damit der nächste Tag nicht mit dem Spülen von verkrusteten Pfannen startet.
Wichtig ist, realistisch zu bleiben. Eine oder zwei Routinen reichen völlig aus. Mehr können schnell zu Überforderung führen.

 

4. Schritt 2: Routinen an bestehende Abläufe koppeln

Neue Routinen funktionieren deutlich besser, wenn sie an etwas gekoppelt sind, das du ohnehin schon regelmäßig tust. Das nennt man auch Verknüpfen oder Andocken.
Ein Beispiel: Du machst dir morgens immer eine Tasse Kaffee. Während die Kaffeemaschine läuft, könntest du anfangen die Spülmaschine auszuräumen. Der Kaffee wird also zum Auslöser für die Routine. Mit der Zeit gehört beides mehr oder weniger automatisch zusammen.
So trainierst du dein Gehirn ganz gezielt darauf, eine Handlung mit der nächsten zu verbinden. Ohne extra Erinnerungen und ohne ständiges Nachdenken.

 

5. Schritt 3: Gib dir Zeit

Routinen entstehen nicht über Nacht. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als würden andere das mühelos hinbekommen. In Wahrheit steckt aber fast immer Übung dahinter.
Es ist völlig normal, dass du eine Routine mal vergisst, sie ein paar Tage aussetzt oder sie sich anfangs ungewohnt anfühlt. Das bedeutet nicht, dass sie für dich nicht funktioniert. Es kann auch nur bedeuten, dass sie einfach noch neu ist.
Bleib‘ unbedingt dran, auch wenn es dir zu lange dauert bis die Routine in deinen Tag passt. Lieber langsam und nachhaltig als motiviert starten und dann frustriert aufhören.

 

6. Schritt 4: Weniger ist mehr

Erst wenn sich eine Routine wirklich etabliert hat und fast nebenbei läuft, darf die nächste dazukommen. So kannst du Überforderung vermeiden und senkst das Risiko das Projekt Routinen etablieren ganz hinzuschmeißen bevor du überhaupt richtig damit gestartet bist.
Viele scheitern nicht an Routinen an sich, sondern an zu vielen Routinen gleichzeitig. Erlaube dir, in deinem eigenen Tempo zu gehen. Lieber hast du zwei, drei gut funktionierende Routinen als gar keine.

 

7. Schritt 5: Der richtige Zeitpunkt

Überleg dir bewusst, wann eine Routine ganz praktisch wirklich am besten in deinen Alltag passt.
Wenn du dir vornimmst, jeden Tag den Eingangsbereich zu saugen oder zu fegen, frag dich: Wann ist dafür realistisch Zeit? Direkt nach dem Heimkommen? Abends? Oder vielleicht morgens?
Routinen funktionieren am besten, wenn sie wirklich zu dir und deinem Tagesablauf passen.

 

8. Schritt 6: Mach Routinen sichtbar

Gerade am Anfang hilft es enorm, Routinen sichtbar zu machen. Das kann dir die Umsetzung sehr erleichtern, da du dann nicht noch zusätzliche Denkarbeit damit hast.
Je nach Typ funktionieren ganz unterschiedliche Erinnerungen. Manche hängen sich einen kleinen Post-it an die Kaffeemaschine mit einer Erinnerung wie: Erst Spülmaschine, dann Kaffee. Andere schreiben sich ihre Routinen in einen Tagesplaner oder hängen eine kleine Liste an den Kühlschrank.
Auch Erinnerungen am Handy können helfen, vor allem dann, wenn eine Routine zu einer bestimmten Tageszeit stattfinden soll. Wichtig ist nicht, welche Variante du wählst, sondern dass du eine wählst und sie dann auch umsetzt.

 

9. Fazit: Routinen sind kein starres System

Haushaltsroutinen sind nicht in Stein gemeißelt, das heißt, sie dürfen sich verändern und anpassen. Gerade mit Kindern ändert sich der Tagesablauf auch mal und dann fallen Routinen hinten runter und werden vergessen. Das ist ganz normal. Dann fang‘ einfach wieder an ohne dir Vorwürfe zu machen.

Ich würde ja behaupten, dass ich schon immer relativ ordentlich war und ich inzwischen auch einen Weg für mich und unsere Familie gefunden habe, der für uns funktioniert. Und trotzdem vergesse ich mal eine Routine oder komme einfach nicht dazu. Manchmal passt auch eine Routine gar nicht mehr zu uns und unserem Tagesablauf und dann wird sie angepasst.

Wenn du also gerade erst anfängst, mach dir bitte keinen Druck, auch wenn dich das Chaos noch so sehr nervt. Mache lieber kleine Schritte, probier‘ dich aus und bleib‘ dran. Mit der Zeit wirst du merken, wie sehr passende und etablierte Routinen deinen Alltag erleichtern.

Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg mit deinen Routinen und hoffe, dass dir meine Tipps dabei ein bisschen helfen können

 

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