Sag mal ehrlich, wie lange drückst du dich schon davor deinen Kleiderschrank auszumisten? Für viele ist das eine Aufgabe, die ewig vor sich hergeschoben wird. Nicht nur, weil man keine Lust darauf hat, sondern eher, weil man weiß, dass es Zeit braucht, Entscheidungen nötig werden und dass man sich dabei mit Dingen beschäftigen muss, die vielleicht auch unangenehm sein können, wenn sich beispielsweise der Körper verändert hat.
Aber auch wenn das Ausmisten vom Kleiderschrank erstmal Energie brauchen wird und dir vielleicht noch wie eine Mammutaufgabe vorkommt, möchte ich dich überzeugen, dass es sich wirklich lohnt sie aufzubringen. Die Veränderung wirst du nicht nur im Schrank sehen, sondern auch in deinem Alltag spüren.
Inhalt
- Warum sich das Kleiderschrank ausmisten wirklich lohnt
- So gehst du am besten vor
- Unsicher bei einem Teil?
- Drei Stapel, die dir das Ausmisten leichter machen
- Diese Fragen helfen dir beim Entscheiden
- Praktische Tipps, um herauszufinden, was du wirklich trägst
- Wie oft Kleiderschrank ausmisten wirklich sinnvoll ist
- Gedanken, die uns vom Loslassen abhalten
Warum sich das Kleiderschrank ausmisten wirklich lohnt
Der größte Vorteil ist für mich tatsächlich, dass morgens weniger Entscheidungsstress entsteht. Wenn ich weiß, dass in meinem Kleiderschrank nur Dinge hängen oder liegen, die mir passen, die ich gerne anziehe und die zu meinem aktuellen Leben passen, dann ist das tägliche „Was ziehe ich heute nur an?“ plötzlich nicht mehr so anstrengend.
Dazu kommt, dass man überhaupt erst wieder einen Überblick darüber bekommt, was man eigentlich besitzt. Wie oft liegen oder hängen Sachen jahrelang im Schrank, einfach weil sie irgendwo dazwischen verschwunden sind.
Und ein weiterer irgendwie auch logischer Vorteil ist: Ein Kleiderschrank, der nicht komplett vollgestopft ist, lässt sich viel leichter ordentlich halten, weil man nichts mehr mit Gewalt irgendwo dazwischen quetschen muss und mehr Platz vorhanden ist.
So gehst du am besten vor
Wenn du wirklich die Möglichkeit hast, dir einen ganzen Tag Zeit zu nehmen, dann ist es aus meiner Sicht am sinnvollsten, einmal komplett alles aus dem Kleiderschrank herauszuholen. Wirklich alles. Nur so siehst du, wie viel Kleidung da eigentlich zusammengekommen ist, und nur so kannst du jedes Teil bewusst in die Hand nehmen und entscheiden, ob es noch bleiben darf oder nicht.
Realistisch betrachtet ist das aber oft gerade mit Kindern, Job, Alltag und tausend anderen Dingen nicht machbar. Wenn man nur eine Stunde oder einen überschaubaren Zeitraum hat, funktioniert Ausmisten nach Kategorien deutlich besser. Dann nimmst du dir zum Beispiel erst alle T-Shirts vor, legst wirklich alle T-Shirts zusammen und gehst sie nacheinander durch. Danach Pullover, dann Hosen, dann Röcke usw. So bleibt es überschaubarer und du kommst trotzdem zum Ergebnis. Besonders wenn du wenig Zeit hast, kann es dir helfen einen Timer zu stellen, um in der Zeit dann wirklich konzentriert dran zu bleiben.
Wichtig ist, dass du jedes Kleidungsstück einmal bewusst in der Hand gehalten hast und eine Entscheidung getroffen hast. Ob du das während einer Hauruckaktion oder nach und nach gemacht hast, ist für das Ergebnis egal.
Unsicher bei einem Teil?
Was ich dabei wichtig finde: Wenn du dir bei einem Teil unsicher bist, dann zieh es nochmal an. Das Gefühl, was das Tragen bei dir auslöst, kann dir schnell weiterhelfen. Es gibt Teile, bei denen wirst du sofort ohne Anprobe wissen, dass du sie regelmäßig trägst und die brauchen natürlich nicht noch extra anprobiert werden. Aber gerade bei den „Vielleicht“-Teilen merkt man oft erst am eigenen Körper, ob sie noch passen, ob sie bequem sind und ob man sich darin wirklich wohlfühlt.
Drei Stapel, die dir das Ausmisten leichter machen
Um beim Ausmisten weiteres Chaos zu vermeiden, kann ich dir empfehlen, drei Stapel oder Kisten zu bilden:
- Behalten, für alles, was du gerne trägst und was bleibt
- Verschenken oder Spenden, für gut erhaltene Teile, die einfach nicht mehr zu dir passen
- Verkaufen, wobei du dich hier ehrlich fragen solltest, ob sich der Aufwand wirklich lohnt
Gerade beim Verkaufen finde ich es wichtig, realistisch zu bleiben. Kleidung wird heute so günstig und schnell produziert, dass viele Teile gebraucht kaum noch einen nennenswerten Erlös bringen. Wenn der Gedanke an Fotografieren, Einstellen, Nachrichten beantworten und Versenden schon Stress auslöst, ist Verschenken oder Spenden oft die deutlich entspanntere Lösung.
Du kannst auch dauerhaft ein oder zwei Boxen in deinen Kleiderschrank stellen für die Zukunft. Wenn du beim Anziehen merkst, dass ein Kleidungsstück nicht mehr passt, leg es direkt in eine Aussortierbox. Damit sparst du dir viel Zeit und Arbeit.
Diese Fragen helfen dir beim Entscheiden
Beim Entscheiden helfen mir immer wieder ganz einfache Fragen:
- Habe ich das Teil im letzten Jahr getragen?
- Würde ich es heute nochmal kaufen?
- Fühle ich mich darin wirklich wohl, also nicht nur es geht so, sondern wirklich gut?
- Passt dieses Teil zu meinem aktuellen Leben und Alltag?
- Ganz witzig finde ich auch die Frage: Würdest du das Teil waschen, wenn es dir in Hundekacke gefallen ist?
Praktische Tipps, um herauszufinden, was du wirklich trägst
Ein sehr hilfreicher Trick, gerade bei Kleidung auf Bügeln, ist es, alle Bügel zunächst falsch herum aufzuhängen. Jedes Mal, wenn man ein Teil trägt, hängt man den Bügel danach richtig herum zurück in den Schrank. Nach ein paar Monaten sieht man sehr deutlich, welche Teile man tatsächlich anzieht und welche nicht. Falls du deinen Kleiderschrank neu sortieren und dir neue Kleiderbügel anschaffen möchtest, kann ich dir diese Samtbügel hier empfehlen. Sie sind sehr schmal und die Kleidung hält super auf den Bügeln.
Alternativ kann man mit kleinen Wäscheklammern arbeiten und an jedes Teil eine Klammer hängen. Wird es getragen, kommt die Klammer ab. Bleiben nach längerer Zeit noch viele Klammern übrig, ist das ein ziemlich offensichtlicher Hinweis darauf, welche Kleidung nicht mehr getragen wird.
Wie oft Kleiderschrank ausmisten wirklich sinnvoll ist
Wenn du dich einmal durch deinen ganzen Kleiderschrank gearbeitet hast, finde ich persönlich das Prinzip sehr hilfreich, bei jedem neuen Kleidungsstück zu überlegen, ob dafür ein altes Teil gehen darf. Dadurch verhinderst du, dass es überhaupt wieder zum Überquellen deines Kleiderschranks kommen kann und du sparst dir weitere große Ausmistaktionen.
Ansonsten ist der Saisonwechsel ein guter Zeitpunkt, um den Kleiderschrank zu überprüfen, wenn du sowieso beispielsweise Winterkleidung einlagerst. Dafür nutzen wir gerne Vakuumbeutel. Damit kann Kleidung platzsparend und sicher vor Motten aufgebewahrt werden.
Aber ganz ehrlich: Der beste Zeitpunkt ist immer dann, wenn du Zeit und den Kopf dafür hast.
Gedanken, die uns vom Loslassen abhalten
Ein häufiger Gedanke ist: Das war mal teuer. Das kann ich total nachvollziehen. Aber das Geld ist bezahlt und es ist weg. Egal, ob das Teil im Schrank liegt oder nicht. Es verändert nichts daran, wenn du es behältst, obwohl du es nicht trägst. Weg ist weg.
Auch das Thema „Vielleicht passe ich da wieder rein“ spielt für viele eine große Rolle. Hier finde ich wichtig, ehrlich zu sich zu sein: Motiviert mich dieses Kleidungsstück wirklich oder sorgt es jedes Mal für ein schlechtes Gefühl, wenn ich es sehe? Wenn es eher belastet, kann es unglaublich befreiend sein, es gehen zu lassen und sich vorzunehmen, sich im Fall der Fälle lieber etwas Neues zu kaufen, das dann wirklich passt und sich gut anfühlt.
Ähnlich ist es mit Kleidung für besondere Anlässe oder für irgendwann. Wie viele verschiedene Outfits brauchst du dafür wirklich? Und wie oft finden diese Anlässe tatsächlich statt? Auch Dinge wie Gartenkleidung oder Umzugskleidung sammeln sich schnell an. Oft reicht ein einziges entsprechendes Outfit völlig aus. Alles darüber hinaus liegt meist jahrelang ungenutzt im Schrank. Ich habe früher selbst einiges an Vielleicht-Kleidung aufgehoben für mögliche Renovierungsaktionen, aber heute weiß ich, dass ich mich damit nur vor der Entscheidung gedrückt habe.
Fazit: Kleiderschrank ausmisten lohnt sich
Kleiderschrank ausmisten bedeutet nicht, möglichst viel wegzuwerfen oder eine minimalistische Garderobe zu bekommen, sondern bewusster zu entscheiden, was dich in deinem Alltag begleiten darf. Wenn du nur noch Kleidung im Schrank hast, die dir passt, die du gerne trägst und die zu deinem Leben passt, wird vieles automatisch leichter: vom Anziehen am Morgen bis zum Halten von Ordnung im Schrank.
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